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Von Kalkutta zu Kolkata

Zwei Gesichter einer Stadt, so lautete der erste Vortrag, den wir im Mai 2007 organisierten. Treffender könnte man die Stadt im indischen Westbengalen nicht beschreiben. Eine Stadt der Superlative.

An einem Seitenarm des Ganges, dem Hugli, begann die Geschichte dieser Stadt vor über 300 Jahren durch die Kolonialisierung der Engländer.

Der Brite Job Charnock gründete dort als Direktor der Ostindischen Kompanie das Hauptquartier der Gesellschaft im Jahr 1690. Die Fertigstellung der ersten Festung Fort William erfolgte 1699. Die Anerkennung als Handelsmonopol durch das britische Parlament brachte Kolkata den Sitz der Hauptstadt Westbengalens 1772.

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1781 wurde das heutige Fort William erbaut. Es befindet sich in der Nähe der Park Street.

Prachtbauten wie das Court House, Governement House und St. Paul´s Cathedral machte die Stadt im 19. Jahrhundert zur Stadt der Paläste. Das feuchte Klima, die Salzsümpfe und primitiven Hütten rund um die Stadt, sorgten jedoch für schlechte hygienische Verhältnisse, Armut und Krankheit.

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Der besondere Stolz der Stadt ist das Victoria Memorial. Ein Ehrendenkmal, benannt nach der Königin Victoria (1819-1901). Die Fertigstellung erfolgte allerdings erst 1921.

Der wichtigste Tempel ist der Kalighat im Süden Kolkatas. Er wurde zu Ehren der Göttin Kali gebaut. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Sterbehaus Mutter Teresas.

Eines der bekanntesten Bauten ist die Howrah Brücke, die die Schwesterstädte Howrah und Kalkutta verbindet. Sie ist die meist frequentierte Brücke der Welt. Millionen Pendler und etwa 60.000 Fahrzeuge überqueren sie täglich.

In Howrah befinden sich der wunderschönen Botanische Garten, in dem es den größten Banyanbaum weltweit gibt und die Howrah Station, einer der größten Bahnhöfe der Welt.

Durch Howrah verläuft auch die berühmte G.T. Road, die bis nach Afghanistan führt.

Kolkata ist bis heute die Kulturhauptstadt Indiens. Hier lebt die künstlerische und intellektuelle Avantgarde.

Der Literatur Nobelpreisträger (1913) Rabindranath Tagore wirkte und lebte dort. Sein Haus ist heute ein Museum.

Die wohl bekannteste Bürgerin der Stadt ist die Friedens Nobelpreisträgerin (1979) Mutter Teresa (1910-1997).

Kalkutta liegt nicht, wie es in dem berühmten Schlager heißt, am Ganges, sondern an einem Seitenarm, dem Hugli.

2001 wurde die Stadt von Kalkutta in Kolkata umbenannt, dem ursprünglich bengalischen Namen.

Bis heute eilt Kolkata der Ruf eines Armenhauses voraus. Die Stadt hat heute ca. 15 Millionen Einwohner in der Agglomeration. Davon lebt über ein Drittel in Slums. Allein in Howrah kommen täglich ca. 1000 Menschen an, auf der Suche nach einem besseren Leben. Für die meisten endet dieser Weg in einem der vielen Slums ohne Perspektive und ohne Arbeit.

 

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